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Pflege bei Amputation

Eine Amputation bedeutet für den Betroffenen einen Verlust, der selbst durch modernste Prothetik nicht ausgeglichen werden kann. Das stellt die Patientin bzw. den Patient, aber auch das Umfeld vor psychische und physische Herausforderungen.

Mit der Erstmobilisation wird meist bereits im Akutkrankenhaus begonnen, die weitere Mobilisation ist vom Allgemeinzustand, von der körperlichen Belastbarkeit und der Stumpfsituation abhängig. Wenn die Narbe am Stumpf verheilt und belastbar ist, starten die Vorbereitungen für eine Prothesenversorgung. Dies beinhaltet die Schulung und Beratung der oder des Betroffenen bezüglich der Stumpfpflege, geeigneter Reinigungs- und Pflegemittel für Haut und Prothese, Hautkontrolle sowie Kompressionstherapie. Nur ein gut gepflegter, belastbarer, durch das Wickeln in optimale Form gebrachter Stumpf kann die Belastung einer Prothese aushalten.


Die Anpassung einer (vorläufigen) „Hausprothese“ wird in der hauseigenen orthopädischen Werkstätte von erfahrenen Orthopädietechnikern vorgenommen. So lässt sich die Prothese jederzeit adaptieren bzw. korrigieren. Dies stellt insofern  einen großen Vorteil dar, da der Umfang des Stumpfes anfangs meist schwankt. Ändert sich an der Stumpfsituation nach ca. vier Wochen nichts mehr, kann eine Orthopädiefirma nach Wahl des Betroffenen mit der endgültigen Versorgung beginnen.

Wenn eine ungünstige Gesamtsituation eine prothetische Versorgung verhindert, ist das Rehabilitationsziel ein fachgerechter, sicherer Umgang mit dem passenden Rollstuhl. Im Vordergrund stehen hier vor allem das Selbsthilfetraining (Waschen, Kleiden) und eventuell ein Haushaltstraining (Übungsküche). Dabei sind die häuslichen Verhältnisse unbedingt mit zu berücksichtigen, um alltägliche Handgriffe aus dem Rollstuhl heraus zu erlernen und den Rollstuhl zu Hause optimal nutzen zu können.

Bei Stumpf- und Phantomschmerzen werden neben medikamentöser und physikalischer Therapie auch Akupunktur und psychologische Betreuung angeboten. Große Erfolge erzielen wir in der Pflege diesbezüglich mit Basaler Stimulation in Form von Stumpfberührung, aber auch mit einer beruhigenden Einreibung. Berührung fördert die Qualität der Wahrnehmung, die durch spezielle Schmerzöle aus der Aromapflege noch verstärkt wird.

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