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Ergotherapie nach Amputation

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Amputation an oberen oder unteren Extremitäten

Zu Beginn der Therapie stehen die Narbenbehandlung und die Desensibilisierung des Stumpfes im Vordergrund. Der Stumpf soll unempfindlich gegenüber äußeren Reizen werden, um später die Prothese gut zu vertragen.

 

Treten Phantomschmerzen oder Schmerzen am Stumpf auf, kommt als erprobter therapeutischer Ansatz in Rücksprache mit den Psychologinnen und Psychologen die Spiegeltherapie zum Einsatz. Gleichzeitig wird bei Bedarf sobald wie möglich im Zimmer ein Selbsthilfetraining gestartet, das Transfers, Körperpflege und Anziehen beinhalten kann. Dabei geht man auf die Wohnsituation der Patientin bzw. des Patienten ein und kann in diesem Rahmen auch eine Hilfsmittelabklärung vornehmen.

 

Die Therapie wird auf das Training sowohl mit Prothese als auch ohne Prothese ausgerichtet. Ziel ist es, die bestmögliche Geschicklichkeit für Alltagsaktivitäten zu erlernen. Gemeinsam mit der Patientin bzw. dem Patienten versuchen wir, Lösungsstrategien für die täglichen Herausforderungen in Bezug auf feinmotorische und grobmotorische Fertigkeiten zu finden. Die wichtigsten alltäglichen Aufgaben sollen auch ohne Prothese bewältigt werden können!

 

Um den Umgang mit der Prothese zu festigen, sollen komplexe Handlungsabläufe ausgeführt werden. Hierfür eignen sich auch handwerkliche Tätigkeiten, wie wir sie in unseren Therapiewerkstätten anbieten.  

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Amputation an oberen Extremitäten (Finger, Hand, Arm)

Bevor Patientinnen bzw. Patienten mit einer Prothese versorgt werden, arbeiten sie bereits mit Therapeutinnen und Therapeuten an der neuen Körperwahrnehmung, der Haltungsschulung (z. B. der Wirbelsäule bzw. der Schulter) und der Mobilisation angrenzender Gelenke. Außerdem wird mit Einhändertraining (Schreiben, Essen) begonnen.

 

Zudem erfolgt eine Hilfsmittelabklärung (z. B. in der Küche, für das Essen etc.), um größtmögliche Selbständigkeit im Alltag sowohl mit als auch ohne Prothese zu erreichen. 

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Prothesentraining

Nachdem die Patientin bzw. der Patient von der orthopädischen Werkstätte mit einer Prothese versorgt wurde, startet das Training damit in der Ergotherapie. Dabei werden sämtliche Funktionen ebenso wie die Handhabung der Prothese gemeinsam erarbeitet. In einem nächsten Schritt kommen verschiedene Therapiematerialien zum Einsatz, um den Umgang mit der Prothese zu festigen.

 

Ziel ist es, komplexe Abläufe im Alltag selbständig durchführen zu können. Um dies zu erreichen, wird ein Alltagstraining (z. B. Kochen in der Übungsküche) absolviert. Verschiedene handwerkliche Techniken dienen dazu, den Einsatz der Prothese zu automatisieren.


Zur Analyse der Fähigkeit der Patientin bzw. des Patienten im Umgang mit einer myoelektrischen Armprothese setzen wir ein spezielles Assessment, das ACMC (Assessment of Capacity for Myoelectric Control) ein. Dabei beobachtet die Therapeutin die Patientin bzw. den Patienten bei einer Alltagshandlung und bewertet nach einem vorgegebenen Schema den Umgang der Patientin bzw. des Patienten mit der myoelektrischen Prothese. Diese Bewertung wird am Anfang und Ende des Aufenthalts durchgeführt, um den Therapieerfolg zu evaluieren. Des Weiteren wird dieses Assessment eingesetzt, um abzuklären, welches Prothesenmodell benötigt wird.